Antisemitismus, Israel und die AfD

Montag, 06.11.2017

19.00 Uhr – Aquarium – Skalitzer Str. 6, Berlin-Kreuzberg

Antisemitismus, Israel und die AfD

Im Juli 2016 verließ Wolfgang Gedeon im Zuge einer Debatte über seinen Antisemitismus die baden-württembergische AfD-Fraktion. Der Fall Gedeon gilt parteiintern als Betriebsunfall und nicht als Beleg für einen mannigfaltigen Antisemitismus in der Partei. Antisemitismus sei ausschließlich ein Problem von Muslim_innen und Linken, so der vorherrschende Tenor. Die Spitze der Bundes-AfD verkündet jüngst gar selbstbewusst, die AfD sei  ‚in Deutschland das einzig große Bollwerk gegen Antisemitismus‘. Ein Jahr nach der Gedeon-Debatte stellt sich also die Frage, ist Antisemitismus eine Ausnahmeerscheinung in der AfD oder doch ein wesentlicher Bestandteil in ihrer politischen Agenda?

Antisemitismus ist wesentlicher Bestandteil des Weltbildes der deutschen extremen Rechten. Anders als die NPD, sanktioniert die AfD, zumindest hin und wieder, antisemitische Ausfälle ihrer Mitglieder. Mehr noch: Sie wirbt häufiger im Vorfeld von Parteiveranstaltung gezielt um die Teilnahme von Jüdinnen und Juden. Frauke Petry reiste gar auf Einladung zu einem politischen Vortrag nach Israel. Vereinzelt werden auf AfD-Demonstrationen Israel-Fahnen getragen. Im Vortrag soll dargestellt und anschließend mit dem Publikum diskutiert werden, welche Rolle der Antisemitismus in der AfD spielt und inwiefern der Fall Gedeon eher ein Einzelfall darstellt oder exemplarisch für einen Antisemitismus in der AfD ist. Der Vortrag wirft auch einen Blick auf die Neue Rechte, auf die sich große Teile der AfD immer wieder beziehen.

Jan Riebe ist Sozialwissenschaftler und seit 2008 bei der Amadeu Antonio Stiftung, Fachreferent im Bereich Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF) und „Arbeit gegen Antisemitismus“ tätig.

Eine Veranstaltung der Berliner Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten im Rahmen der
Gedenk-Demonstration zum 9. November in Moabit.